ImpressumDatenschutz

Wandleuchten „Systral“

Mit der Serie der „Systral“-Leuchten für seinen langjährigen Geschäftspartner Lindner wich Wagenfeld 1970 von seiner gewohnten Strategie der schrittweisen Weiterentwicklung von Produktserien ab. Insgesamt acht gleichzeitig entworfene, mit einer Deco-Glühbirne bestückte Porzellansockel bilden die Bausteine einer neuartigen Typenreihe.

Wagenfeld griff mit dieser Neuausrichtung ein Entwurfsprinzip auf, das er schon aus seiner Zeit am Weimarer Bauhaus kannte, nämlich eine Grundidee durch das Spiel mit geometrischen Formen jeweils zu modifizieren und dadurch auf kostengünstige Weise eine Produktvielfalt herzustellen.

Hier erweiterte er diesen Ansatz um das Vorhaben, nicht nur das Produkt selbst, sondern auch seine Nutzungsmöglichkeiten zu variieren. Er schlug vor, die Einzelleuchten in großflächige Lichtbänder oder –felder zusammenzufassen und, ergänzt durch gleichformatige Kacheln, in den Fluren öffentlicher Gebäude anzubringen. Bei den schmaleren Leuchten bot sich auch eine blütenförmige Montage an Decken oder in Fluren an, ebenso das Spiel mit unterschiedlichen Formen und Farben einzelner Leuchten in Wohnräumen: Das Prinzip erlaubte eine ungeahnte Vielzahl an Kombinationsmöglichkeiten.

Für die Fachwelt war Wagenfelds Produktreihe aber noch aus einem anderen Grund richtungsweisend. Erstmals wurde die Dreiheit von Fassung, Leuchtenglas und Glühbirne aufgegeben zugunsten einer Zweiheit von zu einem Reflektor erweiterter Fassung und einer neu gestalteten, das Leuchtenglas ersetzender Glühbirne. Mit dieser Serie gewann das Unternehmen ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal.

Lindner-Prospekt zur Leuchtenreihe Lindner-Prospekt zur Leuchtenreihe "Systral", 1970


I assure you that you and your work are the model case for what the Bauhaus has been after.
Walter Gropius (Brief an Wagenfeld vom 14.04.1965), Direktor des Bauhauses 1919 - 1928