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11.03.2014  -  27.04.2014

Wilhelm Wagenfeld: Vom Brauchen und Gebrauchen

Die Kabinettausstellung zeichnet den Werdegang von Wilhelm Wagenfeld von den 1920er bis in die 1970er Jahre nach und bietet damit zugleich einen Einblick in die Geschichte der industriellen Produktgestaltung im 20. Jahrhundert. Wilhelm Wagenfeld, der als einziger Schüler des Staatlichen Bauhauses in Weimar den Schritt in die Großindustrie gewagt hat, war auch ein Pionier in der systematischen Modellentwicklung, die es der Industrie erlaubte, ihre Waren optimal zu planen und dadurch kostengünstig herstellen und verkaufen zu können. Wagenfeld legte einen sehr hohen Maßstab an das äußere Erscheinungsbild („die Schönheit“) seiner Entwürfe, die er frei von allen modischen Zutaten hielt, sodass sie viele Jahrzehnte überdauern konnten.

Doch nicht weniger wichtig war ihm der Aspekt, der im Mittelpunkt der jetzigen Ausstellung steht:
Der Gebrauch der Gegenstände im Alltagsleben der Käufer.  Wie wurden die Dinge benutzt, von wem, wann, zu welchen Anlässen? Wie veränderten sich die Lebensgewohnheiten der Menschen, etwa von steifen, förmlichen Einladung hin zu einer lockeren Partykultur?
Wieviel Zeit musste eine berufstätige Frau für ihren Haushalt aufbringen und wie konnte man ihr die Arbeit erleichtern? Wieviel Platz und damit auch Stauraum in den Schränken boten die Wohnungen? Gerade auf diese Frage hat Wagenfeld wegweisende Antworten gegeben, kann er doch als Gestalter der ersten Stapelgeschirre gelten.

Die Bedeutung von Wilhelm Wagenfeld für die Entwicklung einer langlebigen, nachhaltigen Produktkultur kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Trotz aller Veränderungen in der heutigen Industrieproduktion müssen seine Maximen weiterhin als Vorbild gelten.

I assure you that you and your work are the model case for what the Bauhaus has been after.
Walter Gropius (Brief an Wagenfeld vom 14.04.1965), Direktor des Bauhauses 1919 - 1928