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30.10.2020  -  30.05.2021

Graphic Novel mit Battle of Print

(Ausstellungslaufzeit unter Vorbehalt)

Blick in die Ausstellung "Graphic Novel" mit "Battle of Print", Foto: Jens WeyersGraphic Novel oder das neue Interesse an Bilderzählungen
In den letzten Jahren hat die Kunst, Geschichten mit Bildern und Texten zu erzählen, neue Themen und Adressatenkreise erobert. Ob die Bezeichnung "Graphic Novel" ein reiner Markerting Coup ist oder doch eine neue Form des Comics bezeichnet - das Interesse an sequentiellen Bilderzählungen ist enorm gewachsen. Die Ausstellung möchte die aktuelle Vielfalt der Graphic Novels daher einem breiteren Publikum vorstellen.

Nino Paula Bulling, Innenseiten aus "Lichtpause", 2017
© Nino Paula Bulling
 
Themen und Genres
Viele Graphic Novel-Künstler*innen verzichten auf klassische Superhelden und entwickeln statt-dessen komplexere Charaktere, die im Hier und Jetzt agieren. Julia Bernhard, Max Baitinger, Anna Haifisch und Martin Panchaud zeichnen Figuren, die gegen traditionelle Rollenbilder kämpfen, in schwierigen sozialen Verhältnissen agieren oder an der banalen Alltagsroutine verzweifeln. Trotzdem werden die Geschichten mit viel Humor und Sinn für das Absurde erzählt. Andere Künstler*innen verarbeiten historische und politische Themen. Joe Sacco, Jens Genehr, Barbara Yelin, Nino Paula Bulling und Erik Kriek recherchieren Hintergründe, führen Zeitzeugeninterviews oder arbeiten mit historischen Quellen. Auch ihre Graphic Novels erzählen Geschichten, zugleich können sie aber auch sachliche Dokumentation, fragile Erinnerung oder engagierte Reportage sein.

Anke Feuchtenberger:  Vorzeichnungen zum graphischen Essay  „Der Spalt", 2020 ©Anke Feuchtenberger
 
Erzählformen und Bildmittel
Graphic Novel-Künstler*innen experimentieren mit narrativen Verfahren, Perspektiven und dem Verhältnis von Bild und Text. Die Künstler*innen der Gruppe SPRING beispielsweise loten die Grenzen zu benachbarten Gebieten wie Illustration und freier Zeichnung aus.So lässt Anke Feuchtenberger viel Raum zwischen ihren Bildern, den die Betrachter*innen selbst füllen können, während Jens Genehr in „Valentin“ auf eine fließende Erzählung mit enger Bildfolge setzt. Einige Zeichner*innen arbeiten mit einer regelmäßigen Panelstruktur, während Joe Sacco die Ereignisse eines Tages in einem fortlaufenden Bild erzählt. Seine zahlreichen Figuren zeichnet er mit klaren schwarzen Linien auf weißen Grund. Nino Paula Bulling setzt in „Lichtpause“ dagegen ganz auf die Farbe. Immer wieder lösen sich ihre flirrenden Buntstiftzeichnungen in abstrakte Flächen auf. So vielfältig wie die Bildmittel sind auch die Arbeitsweisen der Künstler*innen. In der Ausstellung sind nicht nur die „fertigen“ Erzählungen zu sehen, sondern auch Vorzeichnungen und weitere Entwicklungsstufen. Einige Zeichner*innen nutzen nach wie vor Stift und Papier, andere fertigen „analoge“ Skizzen an und erarbeiten weitere Stufen mit Grafikprogrammen am Computer. Vor allem jüngere Erzähler*innen arbeiten inzwischen ausschließlich digital.

Erik Kriek: Plakat zum Wettbewerb "Battle of Print", 2020
© Erik Kriek
 
Wettbewerb
Parallel zur Ausstellung findet der Wettbewerb „Battle of Print“ statt, der seit 2007 vom Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen ausgeschrieben wird und in diesem Jahr unter dem Motto „Graphic Novel“ steht. Die besten Wettbewerbsbeiträge werden im Wilhelm Wagenfeld Haus gezeigt. Eine unabhängige Jury wählt aus allen Einsendungen 12 Entwürfe aus, die im „Battle-of-Print-Kalender 2021“ abgedruckt werden. Zur diesjährigen Jury des „Battle of Print“ gehören: Rita Fürstenau (Verlegerin, Rotopol Verlag, Kassel), Volker Hamann (Verleger, REDDITION/Alfonz und Comic-Reporter, Barmstedt), Katinka Kornacker (Buchhändlerin, COMIX, Hannover), Gregor Straube (Galerist, Galerie 404, Bremen) und Barbara Yelin (Comic-Zeichnerin, München).

Künstler*innen: Max Baitinger, Julia Bernhard, Larissa Bertonasco, Nino Paula Bulling, Anke Feuchtenberger, Doris Freigofas, Jens Genehr, Anna Haifisch, Erik Kriek, Marialuisa, Peer Meter, Nina Pagalies, Martin Panchaud, Joe Sacco, Kati Szilágyi, Barbara Yelin und die Teilnehmer*innen des Wettbewerbs „Battle of Print“.

 

Weitere Infos zum Battle of Print gibt es hier

360⁰ Rundgang durch die Graphic Novel-Ausstellung

Eine Kooperation der Wilhelm Wagenfeld Stiftung mit dem Kommunikationsverband Wirtschaftsraum Bremen e.V.

I assure you that you and your work are the model case for what the Bauhaus has been after.
Walter Gropius (Brief an Wagenfeld vom 14.04.1965), Direktor des Bauhauses 1919 - 1928