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03.03.2002  -  18.08.2002

Herbei, herbei, was Löffel sei...

Über Jahrzehnte hat Hermann Jünger Beispiele dieses täglichen gegenwärtigen Gebrauchsgegenstandes aus der ganzen Welt zusammengetragen. Aus der schier unerschöpflichen Fülle seiner Sammlung hat er für das Wilhelm Wagenfeld Haus eine ebenso vergnügliche wie anregende Auswahl zusammengestellt- Löffel gehören zu den einfachsten und selbstverständlichsten Dingen unseres Alltags und werden weltweit als unverzichtbares Ess- und Kochwerkzeug genutzt. Zusammen mit Messer und Gabel ist der Löffel Bestandteil des Essbestecks sowohl im westlichen Kulturkreis als auch  - mit Stäbchen - im asiatischen Raum. Aus Blättern, Früchteschalen und Muscheln, den "Vorläufermodellen" aus Urzeiten, ist die schlichte Universalform, bestehend aus Laffe und Stiel, hervorgegangen. "Es gibt nur wenige Gegenstände, die in ihrer Gestalt so festgelegt sind wie Löffel", erläutert Jünger, "Kreis und Strich sind die beiden Formelemente, die dieses frühe Werkzeug definieren, und daran hat sich bis heute nichts geändert. Doch jeder Löffel zeigt, wie groß der Gestaltungsspielraum trotz dieser von der Funktion gesetzten Grenze ist". Den millionenfach durch Industrieproduktion hergestellten, täglich vielfach gebrauchten Löffeln aus Metall,  Holz oder Kunststoff stehen aus der Not geschaffene "Recyclinglöffel", aber auch geschnitzte Unikate oder "Künstlerlöffel" gegenüber. Die Exponate stammen aus allen Ländern, Epochen und Kulturkreisen. Aus den verschiedensten Materialien geformt, ob Silber oder Elfenbein, Eisen, Aluminium, Zinn, Holz, Horn, Plaszik oder farbenfrohem Dosenblech, erzählen sie etwas über ihre Herkunft. Auch der Känguru - oder Kokosraspellöffel, der winzige Salz- oder der riesige Schöpflöffel, der Kriegs-, Flüchtlings- oder Festtagslöffel, der Kinder- oder Partylöffel - sie alle habne ihre ganz eigene Geschichte, der man in der Ausstellung nachspüren kann. Begleitet von Zeichnungen, literarischen Zitaten und Sprichwörtern begibt sich der Besucher auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Kulturgeschichte des Löffels.Ein Sonderraum ist den Löffelentwürfen von Wilhelm Wagenfeld gewidmet, gestaltet von Hermann Jünger.

I assure you that you and your work are the model case for what the Bauhaus has been after.
Walter Gropius (Brief an Wagenfeld vom 14.04.1965), Direktor des Bauhauses 1919 - 1928